Münzwesen
Der Einsatz von Kupfer für Münzen hat uralte Wurzeln und die Einführung des Euro war zweifellos eines der größten jemals durchgeführten Projekte im Münzwesen.
Kupfer wird seit frühester Zeit zur Münzprägung verwendet und noch heute wird für den Großteil der weltweiten Münzproduktion Walzmaterial aus Kupferlegierungen eingesetzt.
Die Wahl von Kupfer als Ausgangsmaterial für die Münzherstellung bietet eine Reihe von wesentlichen Vorteilen, die sich aus den innewohnenden Eigenschaften dieses Metalls ergeben:

- leichte Prägbarkeit aufgrund der einzigartigen Verformbarkeit von Kupfer, wodurch sich deutliche Bilder und klare Randprägungen erzielen lassen;
- Korrosionsbeständigkeit, die für ein dauerhaft gefälliges Aussehen sorgt und insbesondere Prägung, Stärke, Form und Gewicht der Münze bewahrt;
- ästhetisches Aussehen des Kupfers mit einem Farbspektrum von Rot über Gelb bis Silberweiß (dank der Legierbarkeit zu zahlreichen Legierungen);
- die bakteriostatischen Eigenschaften von Kupfer zur Hemmung des Wachstums von schädlichen Bakterien und somit zur Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern;
- die elektrische und magnetische Leitfähigkeit, welche die Unterscheidung der einzelnen Münzgrößen in Münzautomaten erleichtern.
Anfang des Jahrhunderts wurde Kupfer als Ausgangsmaterial für die Produktion der Euromünzen gewählt, einer der weltweit größten Vorgänge im Münzwesen: zu einem einheitlichen Datum (1. Januar 2002) haben über 300 Millionen Bürger Europas in 12 Ländern begonnen, eine neue und gemeinsame Währung, den Euro, zu benutzen, der innerhalb von nur zwei Monaten die Vorgängerwährungen vollständig ablöste.
Hierfür haben die Umschmelzanlagen und Prägeanstalten in nur 3-4 Jahren (die Produktion der ersten Münzrohlinge begann 1998-99) einen enormen Bestand an Metallmünzen produziert: fast 52 Milliarden Stück, was zirka 250.000 Tonnen Münzen entspricht.
Kupfer spielte bei dieser großen Veränderung eine wahre Hauptrolle: etwa 60 % des Gewichts der neuen Münzen besteht aus Kupfer und fünf der acht Münzen eines Münzsatzes werden direkt aus Kupfer-Legierungen hergestellt.
KME Group war eine der Hauptfiguren bei der Euro-Einführung und war seit den Anfängen an dabei, als das Unternehmen bereits 1992-93 Mitglied der Untergruppe „Münzmaterialien und technische Spezifikationen“ der Mint Directors Working Group wurde, einer Art Europäisches Technisches Komitee, das infolge der Maastricht-Verträge mit dem Ziel gegründet wurde, das neue Münzsystem zu planen.
Unser Konzern gehörte auch zu den ersten offiziellen Lieferanten von Material für die Prägung von Euromünzen: Fünf unserer Werke in Europa haben an alle elf europäischen Prägeanstalten zirka 90.000 Tonnen Ringe, Münzrohlinge und Bänder für die Münzherstellung geliefert. Dies entspricht etwa 40 % des anfänglichen Bedarfs an Münzen.
KME produziert auch nach der Euro-Einführung Münzmaterial, und mit dem kommenden Beitritt weiterer Länder in die Euro-Zone (zunächst Malta und Zypern im Januar 2008, gefolgt von der Slowakei im Januar 2009) nimmt unser Konzern aufgrund seiner gesammelten Kompetenzen und seiner erstklassigen anlagentechnischen Ausrüstung erneut eine „Pole Position“ ein, um einmal mehr eine Hauptrolle bei der Bereitstellung von Euromünzen zu spielen.
Die Euromünzen aus Kupferlegierungen sind:
- 10-, 20- und 50-Cent-Münzen aus einer Legierung von Kupfer (89 %), Aluminium (5 %) und Zink (1 %), Nordic Gold genannt
- 1-Euro-Münzen: Ring aus Messing mit Nickel (Kupfer 75 %, Zink 20 %, Nickel 5 %) und Kern aus Kupfer-Nickel (Kupfer 75 %, Nickel 20 %)
- 2-Euro-Münzen: Ring aus Kupfer-Nickel und Kern aus Messing mit Nickel
